Umfassende und nachhaltige Landesstrategie in Vorbereitung

Landesstrategie für Grundbildung

Im Sinne einer nachhaltig wirksamen Grundbildungsoffensive hat das Kabinett das Kultusministerium damit beauftragt, federführend und mit Unterstützung der Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung eine mittelfristige Landesstrategie zu entwickeln. Ziel ist, durch wiksame Maßnahmen das Grundbildungsniveau zu heben und insbesondere Erwachsene mit Lese- und Schreibschwierigkeiten nachhaltig zu unterstützen. „Die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelt setzt funktionale Analphabeten noch stärker unter Druck. Deshalb müssen wir die Betroffenen dazu motivieren, ihre Ängste zu überwinden und sich weiterzubilden. Dann können sie neue Aufstiegschancen nutzen“, erklärt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann in einer Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 27.11.2018.

Das baden-württembergische Kabinett hatte am zuvor grünes Licht für weitere Maßnahmen zur Förderung der Grundbildung Erwachsener gegeben - im Nachtragshaushalt sind für die Jahre 2019 und 2020 insgesamt 1,2 Millionen Euro etatiert. „Wir möchten den Betroffenen Mut machen, damit sie ihre Schwächen im Lesen und Schreiben angehen. Dafür schaffen wir die nötige Unterstützung. Wir stellen niederschwellige Angebote zur Grundbildung bereit, um ihnen Aufstiegs- und Erfolgschancen zu ermöglichen“, stellt die Kultusministerin dazu heraus.

Das Land wird in einem ersten Schritt die Einrichtung von weiteren Grundbildungszentren sowie einzelne Kurse und Lernangebote im Grundbildungsbereich unmittelbar fördern.

Ausbau von Grundbildungszentren

Seit 2018 gibt es zwei Grundbildungszentren in Konstanz (VHS Landkreis Konstanz) und Heidelberg (BBQ). „Bei den Zentren in Konstanz und Heidelberg zeigen sich vielversprechende Ansätze. Wir führen das Modell fort und fördern die Einrichtung weiterer Zentren, um die Angebote weiter in die Fläche zu bringen“, sagt die Kultusministerin.

In einem aufwachsenden Prozess sollen daher in den Jahren 2019 und 2020 jeweils bis zu vier weitere Grundbildungszentren im Land entstehen, so dass ab 2020 bis zu acht neue eingerichtet sein können. Grundbildungszentren ermöglichen Lernwilligen und Interessierten einen niederschwelligen Zugang zu Kursangeboten, beispielsweise über Lerncafés, Schreibbüros, etc. Sie vernetzen zudem lokale Angebote, bieten Lernwilligen und ihrem mitwissenden Umfeld Beratung, ermitteln den Bedarf an Lernangeboten und können solche auch anbieten, selbst oder in Kooperation mit anderen Bildungsanbietern. Sie führen Sensibilisierungsmaßnahmen durch und vieles mehr. Als Kompetenzzentren für den gesamten Grundbildungsbereich entwickeln sie eine Strahlkraft in die Raumschaft hinein.

Für die Einrichtung neuer Grundbildungszentren sind im Nachtragshaushalt für das kommende Jahr 200.000 Euro vorgesehen. Im Jahr 2020 sollen dann Mittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist pro Grundbildungszentrum ein Förderbetrag von 50.000 Euro pro Betriebsjahr vorgesehen.

Direkte Förderung von Lernangeboten

Die Mittel im Nachtragshaushalt dienen darüber hinaus dazu, Lernangebote aus dem abgelaufenen Projekt „Alphabetisierung und Grundbildung als Weg zu Erfolg und Teilhabe in Beruf und Gesellschaft“ des Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg fortzusetzen und die hierbei erfolgreichen Verfahren wirksam zu verstetigen. Mit diesem Projekt konnten von 2015 bis 2018 rund 700 Erwachsene an zwölf Standorten weiterqualifiziert werden. Der Fokus lag hierbei auf arbeitsplatzorientierten Lernangeboten.

„Wir sind mit diesem Ergebnis zufrieden und setzen das Programm fort. Dabei werden wir einen Schwerpunkt auf Kurse am Arbeitsplatz setzen. Direkt im Betrieb lassen sich die Betroffenen leichter erreichen und besser motivieren“, resümiert die Ministerin.

Für die unmittelbare Förderung von Kursen und Lernangeboten sind für das Jahr 2019 300.000 Euro vorgesehen, für 2020 sind weitere 300.000 Euro eingeplant.

Gut zu wissen

Grundbildungszentren können zusätzlich zu ihrer Grundförderung eine Förderung für einzelne Kurse und Lernangebote beantragen. Alle Bildungsmaßnahmen müssen zusätzlich zu bereits bestehenden Angeboten entstehen, sofern solche vor Antragstellung existierten.

Die Vergabe der beiden skizzierten Fördermöglichkeiten erfolgt im Wege einer Landesausschreibung.

Zurück