Joachim Król begeistert mit Albert Camus' Kindheitserinnerungen

Joachim Król und Staatssekretär Volker Schebesta nach der Aufführung

 

Das Kultusministerium hatte zusammen mit der Fachstelle Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich Grundbildung und Alphabetisierung im Land zu einem besonderen literarisch-musikalischen Abend geladen: Joachim Król entführte sein Publikum als Ich-Erzähler in die Welt der Familie von Jacques Comery, dem Alter Ego von Albert Camus, ohne Schriftsprache, voller Armut, aber gleichzeitig prall von Lebensfreude und natürlicher Schönheit. Die Musik des "Orchestre du Soleil" lieferte den Soundtrack zu diesem Stück über Bildung, an dessen Ende ein Mann, der als Kind in einer Familie von Analphabeten aufwächst, mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wird.
Camus beschreibt humorvoll, berührend und in einer Sprache von poetischer Schönheit die Strenge der Großmutter, die Schwerelosigkeit am Strand, in der Sonne, im Meer. Er erinnert sich an die Rebhuhn-Jagd in der Wüste, zu der er mit seinem Onkel oft am frühen Morgen aufbricht. Und vor allem: an das Abenteuer der höheren Schule, das ihm eine völlig neue Welt eröffnet - und doch seiner Familie fremd bleiben wird.

Vor der Aufführung hatte es einen offiziellen Empfang gegeben.  Nach der Begrüßung durch den stv. Abteilungsleiter im Kultusministerium Stephan Burk unterstrich  Staatssekretär Volker Schebesta MdL die Aktualität des Themas im Land und zeigte gleichzeitig Perspektiven auf. Er betonte, dass sich das Land um alle kümmert. So werden in den kommenden beiden Jahren im Land flächendeckend Grundbildungszentren entstehen und auch einzelne Maßnahmen gefördert werden, mit einem Förderbetrag von rund 1,2 Millionen Euro. Karin Küßner, Leiterin der Nationalen Koordinierungsstelle für die Alpha-Dekade 2016-2026 erinnerte in ihrem Grußwort an die Notwendigkeit, Grundbildung als integralen Bestandteil der Bildungspolitik zu sehen. Um mehr Menschen zum Lernen zu motivieren, sei es erforderlich, zielgruppenadäquate Zugänge zu schaffen. Niedrigschwellige Lernangebote, die an alltäglichen und berufsbezogenen Anforderungen anknüpfen, könnten hier ebenso die Lernmotivation steigern wie flexibel einsetzbare digitale Lernmöglichkeiten.

Nach der Aufführung kam es noch zu einem kurzen Treffen zwischen Staatssekretär Schebesta und Joachim Król. Der Staatssekretär wollte wissen, wie man in einer One-Man-Show über zweieinhalb Stunden die Spannung aufrecht erhält - Król darauf: "Indem man alles macht, was man auf der Schauspielschule nicht durfte!" Und mit einem Schmunzeln gab er dem Staatssekretär als Politiker dann noch einen Rat mit auf den Weg: "Wenn Sie Texte vortragen, Reden, Ansprachen ...  nehmen Sie nur gute Texte an, Themen, die die Menschen bewegen. Die Spannung kommt dann wie von selbst!"

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