PUR-Sänger Hartmut Engler: Das Gesicht der Alphabetisierung im Land

Nach der Pressekonferenz: Hartmut Engler (links) und Ministerin Eisenmann im Gespräch mit Marcel Menger, einem Lerner an der VHS Stuttgart (Fotos: Knut Becker)

Das Kultusministerium geht mit der Ernennung Hartmut Englers als Botschafter einen weiteren Schritt, um dem Thema Alphabetisierung ein Gesicht zu geben und mehr Gewicht zu verleihen. Engler selbst betont, er engagiere sich aus Überzeugung für das Lernen, egal in welchem Alter: „Mich hat es echt erschlagen, dass es in Baden-Württemberg fast eine Million Erwachsene gibt, die nicht richtig Lesen und Schreiben können. Das muss sich unbedingt ändern. Wie sollen die Leute sonst an irgendetwas teilnehmen können?“ Das Schlimmste sei, nicht hinzuschauen und das Problem nicht anzugehen, so Engler. Er will deshalb mit seiner Bekanntheit dazu beitragen, das Thema der Öffentlichkeit bewusster zu machen und Vorbehalte und Ängste abzubauen. „Stell’ Dich nie blind, taub und dumm, stell‘ Dich wenn es sein muss um - das singe ich, und das meine ich auch so“, stellt Engler dazu fest. Er erzählt von einer Russlandreise, bei der er sich angesichts der unbekannten kyrillischen Schrift plötzlich auch als Analphabet fühlte: "Es war wirklich krass, in einem Laden auf einmal Leute fragen zu müssen, was denn da in einer Packung steckt, oder einfachste Hinweisschilder nicht zu verstehen."

Als Alphabetisierungsbotschafter wird Engler künftig die Strategie des Landes bei der Alphabetisierung unterstützen. So können das Kultusministerium und die Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung in Veröffentlichungen, im Internet sowie in Interviews oder Filmen mit seinem Namen, mit Fotos und Videobotschaften werben. „Mit Hilfe von Hartmut Engler können wir den Betroffenen klarmachen: Sie sind nicht allein und es gibt gute Chancen, ihr Problem zu lösen“, sagt Susanne Eisenmann.

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