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Was wir machen, und für wen wir es machen

Aufgaben der Fachstelle

Die Fachstelle koordiniert für Baden-Württemberg die Grundbildungs- und Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, und in enger Zusammenarbeit mit dem Kultus- und Sozialministerium auch die Arbeit des Landesbeirats für Alphabetisierung und Grundbildung. Im Rahmen der AlphaDekade 2016-2026 des Bundes und der Länder (s.u.) ist sie die für Baden-Württemberg zuständige Koordinierungsstelle. Fachlich ist sie dabei dem Kultusministerium zugeordnet.

Die Fachstelle arbeitet zudem auf nationaler und auf EU-Ebene (working group basic skills in the workplace und der European Vocational Skills week – upskilling pathways) mit, um Ergebnisse einem erweiterten Kreis von Akteuren zugänglich zu machen. So ist der Report "Basic skills in the workplace" der EU-Kommission unter Mitwirkung der Fachstelle entstanden. Zudem hat die Landeszentrale für politische Bildung die Fachstelle in die Steuerungsgruppe zum Handlungsfeld "Politische Grundbildung marginalisierter/prekärer gesellschaftlicher Gruppen" berufen. Hier geht es darum, Menschen in benachteiligenden Lebenssituationen Wege in einschlägige Kurse zu ebnen.

Als Ansprechpartner für Lernende, Weiterbildungsanbieter, Verbände/Institutionen und Betriebe mit Weiterbildungsbedarf steht die Fachstelle für alle Fragen rund um das Thema zur Verfügung.

Ein Fokus liegt hierbei auf der Arbeitsplatzorientierung der Grundbildungsarbeit, allerdings geht es vor allem darum, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, als eigenständige, meinungsbildende und denkende Personen im Alltag zu bestehen. Ziel ist,

  • zunächst die Zahl der Nachfrager von arbeitsplatzorientierten und allgemeinen Lernangeboten im Grundbildungsbereich signifikant zu erhöhen,
  • sodann zunehmende Lernerfolge zu sichern und dadurch
  • schließlich die Zahl der funktionalen Analphabeten unter den baden-württembergischen Erwerbstätigen zu reduzieren.

Arbeitsplatzorientierung hat hierbei nichts mit einer auf reine wirtschaftliche Verwertung ausgerichteten Ideologie zu tun - es ist vielmehr Ausdruck eines pragmatischen Anerkennens von Lernmotivation. Am Ende gilt: Gelernt ist gelernt.

Perspektive der Lernenden

Auf individueller Ebene ergeben sich so insbesondere für niedrigqualifiziert Tätige, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die Maßnahmen der Grundbildung und Alphabetisierung neue Chancen auf dauerhafte Beschäftigung und berufliche Weiterentwicklung. Aus Sicht eines Lernenden sind diese basalen Kompetenzen grundlegende Voraussetzungen, um

  • an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben zu können und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten,
  • die materielle Existenz zu sichern und
  • ein erfülltes Privat- wie Berufsleben in Deutschland führen zu können.

Perspektive der Unternehmen

Diese profitieren von der Anhebung des Kompetenzprofils der Beschäftigten, wenn diese an Weiterbildungen oder (Teil-) Qualifizierungen teilnehmen können. Wirtschaftlich zahlen sich Maßnahmen der Grundbildung aus, da zum Beispiel durch eine effizientere Kommunikation wertvolle Arbeitszeit eingespart werden kann oder die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters bzw. der einzelnen Mitarbeiterin durch breitere Einsatzmöglichkeiten gesteigert werden kann. Lernerfolg und Bezug zum entsprechenden beruflichen Wirken sind in gelingender Praxis deshalb stets miteinander verknüpft. Und last, but not least leisten Unternehmen durch ein Fort- und Weiterbildungsangebot im Grundbildungsbereich einen wertvollen Beitrag im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung für ihre Beschäftigten - und damit einen vorbildlichen Dienst an der Gesellschaft.

Gesellschaftliche Perspektive

Eine demokratischen Gesellschaft legitimiert sich auch aus gesellschaftlicher Teilhabe ihrer Bürgerinnen und Bürger. Diese Teilhabe kann durch verminderte Lese- und Schreibfähigkeiten eingeschränkt werden. Im Bereich politischer Partizipation wird dies beispielsweise bei Wahlen oder bei der Mitarbeit in Parteien und Verbänden sichtbar.

Im Verwaltungsalltag entstehen möglicherweise Hürden, wenn Bürgerinnen und Bürger Schreiben nicht verstehen. Verwaltungsprozesse werden dadurch ineffizient und fehlerhaft und führen zu Nachteilen sowohl für die Kommune als auch für betroffene Personen selbst. Erwachsene mit unzulänglichen Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen können  außerdem in problematische Situationen geraten, wenn sie etwa Handy- oder Versicherungverträge falsch verstehen, sich verschulden oder auf Schreiben und Mahnungen nicht reagieren.

Fragen Sie uns bitte!

Egal ob für Lernende, Unternehmen, mitwissendes Umfeld, Verwaltungen oder Bildungsträger - die Fachstelle steht bei allen Fragen im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung zur Verfügung. Wir arbeiten dabei gemäß Auftrag trägerneutral und gemeinwohlorientiert und sichern Ihnen absolute Vertraulichkeit zu

Bereits gelingende Beispiele aus Baden-Württemberg

In einer Handreichung haben wir sechs Praxisbeispiele für Sie dargestellt, die die Arbeit der Projektträger aus dem abgelaufenen ESF-Projekt 2015-2018 illustrieren, u.a. bei Ritter Sport in Waldenbuch, WEISS automotive in Appenweier, ZF TRW in Alfdorf und an drei Volkshochschulen im Land.

Der Link führt zu einer komprimierten PDF-Datei, ca. 1,4 MB: Download Handreichung. Gerne schicken wir Ihnen auf Anfrage die Datei digital in hoher Auflösung zu (Dateigröße dann ca. 10 MB).

Printexemplare erhalten Sie per Post. Bitte bestellen Sie per Mail mit Namen der Institution, des/der Bestellers/Bestellerin und Postanschrift bei: Knut.Becker@technische-akademie.de.

Die Fachstelle wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Träger der Fachstelle ist die Technische Akademie für berufliche Bildung Schwäbisch Gmünd e. V. Die Technische Akademie arbeitet gemeinnützig.

 

 

Die Fachstelle unterstützt die "Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016-2026" durch

  • Aufbau und Pflege eines landesweiten Netzwerks der Projektträger und anderer Weiterbildungsanbieter zum Komplex arbeitsplatzorientierter Grundbildung und Alphabetisierung und Bündelung von Informationen und Weiterleiten im Sinne einer Informationsdrehscheibe.
  • Beratung und Information von Weiterbildungsanbietern, von Betrieben mit Weiterbildungsbedarf im Grundbildungsbereich und der Öffentlichkeit.
  • Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Komplex Bildung – Wirtschaft – Soziale Arbeit – Arbeitsverwaltung.
  • Planung, Organisation und Durchführungen landesweiter Veranstaltungen zum Thema, Kontaktpflege zu Einrichtungen mit gleicher oder ähnlicher Aufgabenstellung aus anderen Bundesländern und nationalen Einrichtungen.

 

Weitere Informationen zur AlphaDekade finden Sie hier.