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Was wir machen, und für wen wir es machen

Die Fachstelle koordiniert für Baden-Württemberg die Grundbildungs- und Alphabetisierungsarbeit für Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, und in enger Zusammenarbeit mit dem Kultus- und Sozialministerium auch die Arbeit des Landesbeirats für Alphabetisierung und Grundbildung. Sie wurde ursprünglich 2016 im Rahmen des Projekts „Alphabetisierung und Grundbildung als Weg zu Erfolg und Teilhabe in Beruf und Gesellschaft“ des Europäischen Sozialfonds (ESF) eingerichtet und wird über das Projektende 2018 hinaus weitergeführt. Im Rahmen der AlphaDekade 2016-2026 des Bundes und der Länder (s.u.) ist sie die für Baden-Württemberg zuständige Koordinierungsstelle. 

Die Fachstelle arbeitet zudem auf nationaler und auf EU-Ebene (working group basic skills in the workplace und der European Vocational Skills week – upskilling pathways) mit, um Ergebnisse einem erweiterten Kreis von Akteuren zugänglich zu machen. So ist der Report "Basic skills in the workplace" der EU-Kommission unter Mitwirkung der Fachstelle entstanden. Zudem hat die Landeszentrale für politische Bildung die Fachstelle in die Steuerungsgruppe zum Handlungsfeld "Politische Grundbildung marginalisierter/prekärer gesellschaftlicher Gruppen" berufen. Hier geht es darum, Menschen in benachteiligenden Lebenssituationen Wege in einschlägige Kurse zu ebnen.

Als Ansprechpartner für Lernende, Weiterbildungsanbieter, Verbände/Institutionen und Betriebe mit Weiterbildungsbedarf steht die Fachstelle für alle Fragen rund um das Thema zur Verfügung.

Der Fokus liegt hierbei auf der Arbeitsplatzorientierung der Grundbildungsarbeit, allerdings geht es vor allem darum, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, als eigenständige, meinungsbildende und denkende Personen im Alltag zu bestehen. Ziel ist,

  • zunächst die Zahl der Nachfrager von arbeitsplatzorientierten und allgemeinen Lernangeboten im Grundbildungsbereich signifikant zu erhöhen,
  • sodann zunehmende Lernerfolge zu sichern und dadurch
  • schließlich die Zahl der funktionalen Analphabeten unter den baden-württembergischen Erwerbstätigen zu reduzieren.

Der Fokus auf der Arbeitsplatzorientierung hat hierbei nichts mit einer auf reine wirtschaftliche Verwertung ausgerichteten Ideologie zu tun - es ist vielmehr Ausdruck eines pragmatischen Anerkennens von Lernmotivation. Am Ende gilt: Gelernt ist gelernt.

Auf individueller Ebene ergeben sich so insbesondere für niedrigqualifiziert Tätige, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die Maßnahmen der Grundbildung und Alphabetisierung neue Chancen auf dauerhafte Beschäftigung und berufliche Weiterentwicklung. Aus Sicht eines Lernenden sind diese basalen Kompetenzen grundlegende Voraussetzungen, um

  • an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben zu können und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten,
  • die materielle Existenz zu sichern und
  • ein erfülltes Privat- wie Berufsleben in Deutschland führen zu können.

Betriebe profitieren ganz allgemein von der Anhebung des Kompetenzprofils der Beschäftigten, wenn diese dann an Weiterbildungen oder (Teil-) Qualifizierungen teilnehmen können. Auch wirtschaftlich zahlen sich Maßnahmen der Grundbildung aus, da zum Beispiel durch eine effizientere Kommunikation wertvolle Arbeitszeit eingespart werden kann oder die Produktivität des einzelnen Mitarbeiters bzw. der einzelnen Mitarbeiterin durch breitere Einsatzmöglichkeiten gesteigert werden kann.

Das Gemeinwesen insgesamt profitiert, denn hier geht es auch um die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft, die von gesellschaftlicher Teilhabe und Grundbildung ihrer Bürgerinnen und Bürger abhängig ist. Diese Teilhabe kann durch verminderte Lese- und Schreibfähigkeiten eingeschränkt werden, etwa bei Wahlen, aber auch bei der Mitarbeit in Parteien und Verbänden. Im Verwaltungsalltag bestehen ebenfalls häufig hohe Hürden, wenn die Bürgerinnen und Bürger Schreiben nicht verstehen. Verwaltungsprozesse werden dadurch ineffizient und fehlerhaft und führen zu Nachteilen sowohl für die Kommune als auch für betroffene Personen selbst. Erwachsene mit unzulänglichen Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen geraten außerdem sozial und finanziell in problematische Situationen, wenn sie etwa Handy- oder Versicherungverträge falsch verstehen, sich verschulden oder auf Schreiben und Mahnungen nicht reagieren.

Die Fachstelle steht allen Interessierten bei allen Fragen zum Bereich Grundbildung und Alphabetisierung zur Verfügung. Sie arbeitet dabei gemäß Auftrag trägerneutral und gemeinwohlorientiert. 

Die Fachstelle wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Träger der Fachstelle ist die Technische Akademie für berufliche Bildung Schwäbisch Gmünd e. V.  Die Technische Akademie arbeitet gemeinnützig.

In einer Handreichung haben wir sechs Praxisbeispiele für Sie dargestellt, die die Arbeit der Projektträger und das Projekt an sich illustrieren, u.a. bei Ritter Sport in Waldenbuch, WEISS automotive in Appenweier und ZF TRW in Alfdorf.

Der Link führt zu einer komprimierten PDF-Datei, ca. 1,4 MB: Download Handreichung. Gerne schicken wir Ihnen auf Anfrage die Datei digital in hoher Auflösung zu (Dateigröße dann ca. 10 MB).

Printexemplare erhalten Sie per Post. Bitte bestellen Sie per Mail mit Namen der Institution, des/der Bestellers/Bestellerin und Postanschrift bei: Knut.Becker@technische-akademie.de.

 

Die Fachstelle unterstützt die "Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016-2026" durch

  • Aufbau und Pflege eines landesweiten Netzwerks der Projektträger und anderer Weiterbildungsanbieter zum Komplex arbeitsplatzorientierter Grundbildung und Alphabetisierung und Bündelung von Informationen und Weiterleiten im Sinne einer Informationsdrehscheibe.
  • Beratung und Information der Projektträger und anderer Weiterbildungsanbieter, von Betrieben mit Weiterbildungsbedarf im Grundbildungsbereich und der Öffentlichkeit.
  • Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Komplex Bildung – Wirtschaft – Soziale Arbeit – Arbeitsverwaltung.
  • Planung, Organisation und Durchführungen landesweiter Veranstaltungen zum Thema, Kontaktpflege zu Einrichtungen mit gleicher oder ähnlicher Aufgabenstellung aus anderen Bundesländern und nationalen Einrichtungen.
  • Angebot der Weiterbildung für Kursleitende

 

Weitere Informationen zur AlphaDekade finden Sie hier.